Titelbild Nahrungsergänzungsmittel bei Kindern

Wie sinnvoll sind Nahrungsergänzungsmittel bei Kindern?

Eltern denken, dass ihre Kinder Nahrungsergänzungsmittel benötigen. Denn viele Eltern denken, dass ihr Nachwuchs über die Nahrung nicht genügend Vitamine und Mineralstoffe sowie Spurenelemente aufnehmen kann. Die größte Sorge der Eltern ist, dass ihr Kind, das sich ja noch im Wachstum befindet, daher einen Mangel hat und in seiner Entwicklung zurückbleibt bzw. die Abwehrkräfte nicht ausreichend sind um zum Beispiel der jährlichen Erkältungswelle zu trotzen.

Dabei ist der Nutzen von solchen Präparaten nicht ausreichend belegt. Auf was zu achten ist, wird im Folgenden erläutert. Denn nicht alle Ergänzungsmittel zur Nahrung sind wirklich gut geeignet um die Abwehrkräfte zu stärken und die Entwicklung des Kindes zu fördern.

Welche Nahrungsergänzungsmittel werden für Kinder empfohlen?

Welche Nahrungsergänzungsmittel werden für Kinder empfohlenAllgemein muss man sagen, dass die Abwehrkräfte von Kindern sehr schwach sind. Und genau darüber machen sich die meisten Eltern große Sorgen. Direkt von Kinderärzten werden meist keine derartigen Präparate empfohlen. Grundsätzlich haben Kinderärzte aber nichts gegen die Verabreichung von speziellen Präparaten, wie Lebertran oder Multivitamintabletten in Form von Kau- oder Lutschtabletten sowie Multivitaminsäften.

Es gibt zudem auch Präparate in Pulverform. Empfohlen werden können Präparate, die Vitamin D, Calcium, aber auch DHA und Eisen, Jod sowie Alpha-Linolensäure sowie Linolsäure enthalten.

Calcium

Die Gabe von einem Präparat mit Calcium soll vor allem beim Kind das Wachstum der Knochen und der Zähne anregen und diese stärken. Denn der Calciumspiegel im Blut befindet sich in einem doch recht empfindlichen Gleichgewicht. Zudem steht der Calciumspiegel in engem Zusammenhang mit dem Phosphat-Haushalt im menschlichen Körper. Die Tagesbedarfsempfehlung bei Kleinkindern liegt bei 600 mg, bei Kindern im Alter von 4 bis 10 Jahren bei 750-900 mg.

Vitamin D

Eine Gabe von einem Präparat mit Vitamin D ist gar nicht so verkehrt. Denn spielt ein Kind nicht jeden Tag im Freien und hält sich nur in der Wohnung auf, entwickelt es irgendwann einen Vitamin D Mangel. Dieser kann ursächlich sein für häufige Erkrankungen und Infektionen, aber auch für schnelle und chronische Erschöpfung und Müdigkeit und kann auch für eine schlechte Wundheilung verantwortlich sein.

DHA

Nahrungsergänzungsmittel, die DHA (Docosahexaensäure) enthalten sind sinnvoll auch für ein Kind. Bei DHA handelt es sich um eine mehrfach ungesättigte Fettsäure, die zur Klasse der Omega-3-Fettsäuren gehört. DHA-Präparate senken insbesondere das Risiko von Verhaltensstörungen, von Autismus und beugen ADHS vor.

Alpha-Linolensäure und Linolsäure

Kindern kann man auch Präparate auf der Basis von Alpha-Linolensäure und Linolsäure geben. Hierbei handelt es sich um eine dreifach ungesättigte Fettsäure mit 18 Kohlenstoffatomen. Ein Mangel an dreifach ungesättigten Fettsäuren begünstigt neurologische und psychiatrische Störungen wie ADHS und Autismus.

Eisen

Eine Gabe von einem Präparat mit Eisen ist aus dem Grund bei Kindern sinnvoll, weil diese in der Wachstumsphase, also in den ersten 18 Lebensjahren, einen erhöhten Eisenbedarf haben.Verringerte Aufmerksamkeit, Müdigkeit und Antriebslosigkeit können durch die Gabe von Eisen Präparaten verhindert werden. Bei Mädchen ist eine zusätzliche Gabe von Eisen Präparaten vor allem sinnvoll bei Einsetzen der Menstruation.

Jod

Nahrungsergänzungsmittel mit Jod sind für ein Kind besonders wichtig und sinnvoll. Denn mit jedem Wachstumsschub nimmt der Bedarf an Jod zu. Schon Kleinkinder sollten 100 mg Jod pro Tag aufnehmen. Kinder ab 4 Jahren haben einen täglichen Bedarf von 180 mg Jod. Sinnvoll ist die zusätzliche Gabe von Jod-Präparaten vor allem dann, wenn im elterlichen Haushalt sehr salzarm gekocht wird.

Lassen sich die Nährstoffe bei Kindern auch anders decken?

Nährstoffe bei Kindern deckenGrundsätzlich ließe sich die Versorgung von einem Kind mit ausreichend Nährstoffen, sprich Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, die für eine gesunde Entwicklung und eine Stärkung des Immunsystems sorgen, auch über eine tägliche ausgewogene Ernährung sicherstellen.

Das große Problem ist, dass ein Kind häufig Phasen hat, in denen es bestimmte Nahrungsmittel einfach nicht essen möchte. Bestrafungen bringen hier nichts. Denn dann assoziiert das Kind die Aufnahme von Nahrung, die es nicht mag, schnell mit Bestrafung.

Eine liebevolle, aber strenge und vielleicht spielerische Heranführung an eine ausgewogene Ernährung seitens der Eltern kann dabei helfen.

Wie sinnvoll sind Nahrungsergänzungsmittel bei Kindern also wirklich?

Nahrungsergänzungsmittel – darüber sind sich Ärzte und auch die Anbieter einig – stellen keinen Ersatz für eine gesunde ausgewogene Ernährung dar. Verbraucherschützen sehen es noch ein bisschen kritischer. Sie sind der Meinung, dass ein Kind überhaupt keine solchen Präparate benötigt.

Sinnvoll ist die Gabe solcher Präparate dann, wenn tatsächlich ein Mangel vorliegt – zum Beispiel bei Vitamin D, Eisen oder Jod. Auch ein sportlich sehr aktives Kind sollte mit entsprechenden Präparaten vor allem während der Wachstumsschübe unterstützt werden.

Was sollte man bei der Verwendung von Nahrungsergänzungen beachten?

Bei der Verwendung der Nahrungsergänzungsmittel sollte auf die richtige Dosierung geachtet werden. Vor allem bei der Gabe von fettlöslichen Vitaminen, insbesondere von Vitamin A, E und D sowie K ist Vorsicht angesagt. Derartige Präparate sollen nur die Lücken füllen, die die Ernährung hinterlässt.

Eine Überdosierung von solchen Präparaten kann sogar zu gesundheitlichen Problemen führen. Es ist auf jeden Fall die Höchstmengenempfehlung pro Tag auf der Verpackung zu beachten.

Abschießende Worte

Ergänzungspräparate gibt es viele – auch welche, die schon für ein Kind geeignet sind bzw. speziell auf dessen Bedürfnisse abgestimmt sind. Eltern, die dafür sorgen wollen, dass ihr Kind gute Abwehrkräfte hat und ein gutes Wachstum von Knochen und Gehirn, geben ihren Kindern gerne täglich solche Präparate.

Auch die, wo sich heute als Eltern Sorgen um ihr Kind machen, können sich noch an die Gabe von Ergänzungsmitteln erinnern. Und zwar an den eher berüchtigten Lebertran. Dabei zeigen Studien, dass eine Gabe der Nahrungsergänzungsmittel gar nicht nötig ist. Denn ausgewogen ernährte Kinder benötigen keine Nahrungsergänzungsmittel.

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